Etwas Geschichte zum Nordhäuser Aquarium Verein

" Vivarium Roßmäßler"

Die Nordhäuser Aquarienfreunde feiern dieser Tage ihr Jubiläum. Der Vereinsname geht auf einen Leipziger Naturforscher zurück. Die zwei Mal im Jahr veranstaltete Zierfischbörsen erfreuen sich großer Beliebtheit. Nordhausen. Feiern gehört zum Vereinsleben der Aquarien- und Terrarienfreunde vom Vivarium Roßmäßler, so wie die regelmäßigen Vereinsabende, Fachvorträge oder Exkursionen. Am Samstagabend steht jedoch eine ganz besondere Feier auf dem Programm.

Zusammen mit zahlreichen Gästen wird das 100-jährige Vereinsjubiläum begangen. 1911 stand die Wiege des Vereins, der sich von Beginn an den Namen "Roßmäßler" gab. Er geht auf den 1806 in Leipzig geborenen Naturforscher Emil Adolph Roßmäßler zurück, der nach seinem Studium für drei Jahre auch in Thüringen an einer Privatschule in Weida als Lehrer arbeitete. Roßmäßler gilt als Vater der deutschen Aquaristik.

In den 1850er-Jahren veröffentlichte er zahlreiche Beiträge zur Pflege von Fischen und Pflanzen. Vor allem sein 1857 erschienenes Buch "Das Süßwasseraquarium" löste einen regelrechten Boom aus; seitdem zieren die Aquarien viele Wohnzimmer. Der Drang, sich Gleichgesinnten mitzuteilen, führte Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts zur Gründung zahlreicher Aquarienvereine. 1909 gründete sich mit dem "Aquarium" der erste in Nordhausen.

1911 kamen die Roßmäßlers hinzu und bis 1925 weitere drei Vereine. Da gab es damals in Fragen der Futterbeschaffung manch kleine oder größere Streitereien zwischen den Vereinen. 1925 schlossen sich die Roßmäßler mit der "Wasserrose" zum "Vivarium Roßmäßler" zusammen. "Vivarium" kommt aus dem Lateinischen und heißt "Behälter für lebende Tiere", womit vor allem Aquarien und Terrarien gemeint sind.



In der Vereinigung entwickelte sich ein sehr intensives Vereinsleben. So wurde Kirchenland neben der Frauenbergkirche gepachtet und dort eine Freilandanlage mit Aquarien und Terrarien errichtet. Auch eine kleine Schauanlage entstand, und mit dem Verkauf von Fischen und Futter besserte man die Vereinskasse auf. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage wie vieles andere in Nordhausen zerstört, auch das Vereinsleben kam für einige Jahre zum Erliegen. Es gab zunächst Wichtigeres zu tun.

Doch schon 1949 fanden sich einige der alten Mitglieder wieder zusammen und nahmen unter Leitung von Gustav Polsfuss die Vereinsarbeit wieder auf. Das war zunächst nicht einfach, denn es fehlten geeignete Räume. Mehrfach zog man um. Erst als der Kulturbund das heutige Thomas-Mann-Vereinshaus erwarb, ging es wieder spürbar voran.

1958 trat man mit einer Ausstellung erstmals nach dem Krieg wieder an die Öffentlichkeit, und die Mitgliederzahl stieg in den nächsten Jahren bis auf 80 an. Alt und Jung frönten dem gemeinsamen Hobby, richteten alle zwei Jahre Ausstellungen und Zierfischbörsen aus, die Besucher und Käufer weit über die Stadtgrenzen hinaus anlockten. Bis zu 5000 Besucher wurden mitunter gezählt. Heute ist der Verein mit seinen noch 35 Mitgliedern zwar kleiner, aber keineswegs weniger aktiv.

So erfreuen sich die jährlich zweimal stattfindenden Zierfischbörsen weiterhin großer Beliebtheit bei zahlreichen Hobby-Aquarianern. Man unterhält Verbindung mit mehreren befreundeten Vereinen. Namhafte Referenten aus dem gesamten Bundesgebiet sind regelmäßig in Nordhausen an den Vereinsabenden zu Gast.

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